Die Workshops
Divided Macroland - 28.11. - 07.12.2004 MENTAL ESCORT / Phase I - 22.11. - 01.12.2004
|
Eine
performative Diskussion und Konfrontation verschiedener
internationaler
und regionaler Kunstkontexte sowie deren Reflektion über
Entwicklung von
anderen und zukünftigen Raum- und
Kunstkonzepten.
- Über
10 Tage werden Einzelne und Gruppen 14 Territorien als Arbeits-,
Lebens-, und Ausstellungsraum gestalten
um urbane Situationen zu simulieren, wo verschiedenste Ästhetiken miteinander kommunizieren und gegenseitig in
Konfrontation treten können. - Ein,
sich über 500 m2 erstreckendes Holz-Stegsystem teilt die
verschiedenen Terrritorien ein, dient als Verkehrsweg
und öffentlicher Raum. - Die Techniken sind Installationen, Skulpturen, angewandtes Design, Inszenierung, Performances und interaktive Medien.
- Eine
Art transparente, inszenierte Laborsituation, wobei die jeweiligen
Territorien Verhaltens- und Nutzungsregeln
für Besucher vorgeben und auch Gast- oder Asylrecht den BesucherInnen und auch andern KünstlerInnen gewähren. - Am 6.
Tag werden die Territorien über ein Zufallsprinzip gewechselt
und die Teilnehmer sehen sich mit Resten ihrer
Vorgänger konfrontiert, welche sie überarbeiten können, sofern Teile nicht unter Denkmalschutz stehen. - Im Comland wird die Situation täglich auf dem Internet und mit Videokonferenzen über CU SEE ME in die Welt übertragen und reflektiert.
|
Mike Hentz (USA / Schweiz): 1954 in New Yersey Irvington
geboren, ist Musiker,
|
Richard
Fajnor (CZ): Geboren 1965 in der Slowakei; 1989-94 Studium
Kunsterziehung
|
Ab 22. November beginnt in Wien im Rahmen vom Serious
Pop Summit 04 ein interdisziplinärer Workshop.
Dieser Call ist offen für alle Studienrichtungen, also für alle StudentInnen. Nichtstudierende sind ebenfalls herzlich eingeladen sich bei uns zu bewerben.
Ausgehend vom Basisthema Pop untersuchen wir anhand von totalitären Strukturen und Ausdrucksformen im popkulturellen Bereich spezielle Identifikationsmuster und Zeilgruppenfindung innerhalb der zeitgenössischen Kulturproduktion. Wir rücken auch dem Geschmack, der so manch feine Unterschiede produziert, auf den Pelz. In unserem Workshop geht es auch um ökonomische Minderheiten, obwohl diese Minderheiten eigentlich marginalisierte Mehrheiten sind, und wie Pop unter anderem Heimat- und Fremdgefühle erzeugt, also Ausschlussmechanismen produziert.MENTAL ESCORT / Phase I
Montag 22. November bis Mittwoch 1. Dezember 2004
Tutoren: Thomas J. Jelinek, A + Alexander Nikolic, A
Einführung und Fragestellungen:
Identifikationsmechanismen für Fremdfühlung
Wir untersuchen den Geschmack der am meisten Ausgeschlossenen, und zeigen wie Ausschlussmechanismen zu Aktivismus, Subversion und Affirmation führen können; und hinterfragen wie die ökonomische Minderheit repräsentiert wird. (Eine genauere Einführung gibt es in den ersten Tagen des Workshops)
Guided Research und persönliche Erfahrung:
An die Einführung, Impulsreferate und ausführliche Themenbesprechung, schliesst der praktische Teil an.
Feldforschung
Dokumentation
Statements
Die Dokumentation soll auch Anschauungsmaterial enthalten. Es wird gebeten auf eigene technische Mittel (Aufzeichnungsgeräte: Video, Foto, Sound,
Werkzeug: Zeichnungen, etc.) falls/soweit vorhanden zurückzugreifen. Wer keine eigenen Geräte hat möge dies im Bewerbungsmail anführen.
Die Dokumentation kann, muss aber keine künstlerische Arbeit sein.
Rendering Pop: Subversion, Affirmation und Appropriation
Pop-ulärkultur arbeitet mit Identitäten und Identifikationsmustern die auf breite Akzeptanz stoßen. Leicht verständliche Inhalte mit hohem
Wiedererkennungswert werden mit Symbolen gekoppelt. POP arbeitet Zielgruppenorientiert. Daher gibt es sowohl eine starke nationale wie internationale Popkultur. Während die internationale Popszene sich vorwiegend der englischen Sprache bedient und in erster Linie das Jugendimage bedient, arbeiten die regionalen Popkulturen in den jeweiligen Landessprachen (Deutsch, Tschechisch,Italienisch,...) bleiben meist auf ihre Sprachregionen beschränkt und bedienen aufgrund ihrer geografischen und
linguistischen Spezifikation weit mehr Identifikationsmuster. So werden in
diesem Sektor auch viele nationale und regionale Inhalte und Symbole kommuniziert. Hier werden, wie zum Beispiel in der volkstümlichen Populärmusik,
auch neue Identifikations und Heimatbilder erzeugt.
Identifikation und Fremdheit
Fremdheit entsteht durch ein Übermaß an Unbekanntem
Menschen die zur Ängstlichkeit neigen fühlen sich schnell fremd.
In Regionen mit grossen Immigrations- bzw. Migrationspopulationen entstehen leicht Fremdheitsgefühle bei den dort schon länger lebenden wie den hinzukommenden Individuen. Diese sind, je nach persönlichem Erfahrungs- und Bildungshorizont grösser oder entsprechend kleiner. Die Popkultur bietet simple Identifikationsinstrumente an welche von Individuen mit einem unsicheren Stand in der sie umgebenden Soziokulturellen Struktur gerne angenommen werden. Ein solches Individuum versucht seinen persönlichen Wert durch die Zugehörigkeit zu einer Sippe oder Menschengruppe zu stärken um auch so etwas wie Heimatgefühl zu produzieren. Solche Menschengruppen können, ab einer gewissen Masse, von popkulturellen Industriezweigen gebündelt werden.
Meet the rich Eat the rich
Eat the poor Meet the poor
Kill the ugly Stop the ugly
Fuck beauty Create beauty
Propagandastrategien für Inhaltsposing (phase II)
Im Workshop sollen die vorhandenen Muster und Strategien nicht nur aufgespührt und analysiert,
sondern auch in der praktischen Anwendung erprobt und ausgestellt werden. Bei dieser praktischen Anwendung oder in der Ausstellung, achten wir darauf, das wir Arbeiten entwickeln, die nicht nur im
Dokumentarischen Sinn funktionieren, sondern auch Impulskraft haben - Menschen aktivieren können.
Wir ersuchen Interessierte sich, bis 10. Nov.2004, mit einem kurzen Mail, das auch eine knappe Formulierung der Motivation beinhalten sollte, bei uns anzumelden.
Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt.
Für 2005 ist im Rahmen der phase III des Workshops eine Präsentation / Ausstellung, mehrere Aktionen und ein Katalog geplant. Wofür es auch Produktionsbudgets geben wird.
Bewerbungen bitte an: nomadpop@eroticunion.org
bis spätestens 16.November 2004
EU - lieber kurz inneinander als ewig nebeneinander & nomad-theatre laden ein zur Teilnahme am interdisziplinären Workshop Mental Escort der im
Rahmen vom Serious POP Summit 04 in Wien stattfindet.
Phase 1 Research
Die StudententInnen suchen einzeln je eine/n in Wien lebende Person, welche als MigrantIn 2. oder 3. Generation bezeichnet werden kann und sich auch als solche empfindet. Diese Person wird im Rahmen eines Zeitraums von einer Woche befragt, begleitet, beobachtet und mittels einfachem Videoequipment dokumentiert, sodass ein 24-Stunden Tagesablauf in einem kurzen Videofeature (nicht länger als 15 min.) präsentiert werden kann. Dazu soll eine kurze schriftliche Studie, eventuell auch mit Bildern und Skizzen angereichert, die gesammelten Fakten dokumentieren.
Fragestellungen wie Arbeit und Arbeitsplatz, bevorzugte Plätze in Wien, Freundeskreis, Freizeitgestaltung und Lebens- wie Arbeitsperspektiven sollten in der Studienarbeit behandelt werden.
Die Gestaltung des Videoclips ist dabei frei und kann eine freie künstlerische Arbeit sein.
Phase 2 Performing Studies
Ausgehend vom Basisthema des Projekts Serious Pop werden von den angeführten Pop oder Rockgruppen welche mit totalitären Strukturen oder Formen gearbeitet haben oder arbeiten Texte ausgewählte Texte (Songlyrics) den StudentInnen vom Coachingteam vorgelegt.
A)
Aus diesen wählen die StudentInnen einen gemeinschaftlich aus. Das Auswahlverfahren wird dokumentiert und die Gruppe muss begründen welche Kriterien für die Wahl des endgültigen Textes ausschlaggebend waren.
B)
Die StudentInnen bilden Kleingruppen von etwa 3-6 Personen. Diese Kleingruppen haben die Aufgabe aus dem vorhin ausgewählten Songtext eine Performance oder performanceähnliche Installation in der Länge von etwa 10 – 15 Minuten zu entwickeln.
Zeitrahmen: ca. 2 Wochen.
Der Erarbeitungsprozess wird vom Regisseur Thomas J. Jelinek, als Coachingleiter, und von Alexander Nikolic begleitet.
Der Coachingleiter kann nach Bedarf für Intensivtrainings und projektbezogene Workshops, FachlehrerInnen und Coaches beiziehen (z.B. Sprachtrainer, Körper- und Tanztrainer/Choreografen, Medienfachleute, etc.).
C)
Die erarbeiteten Performances werden an einem oder mehreren Abenden gezeigt und aufgezeichnet.
Phase 3 Associated Project
Die StudentInnen erarbeiten ausgehend von den Ergebnissen und Erfahrungen der Arbeiten in den Phasen 1 und 2, unter Verwendung der dabei entstandenen Materialien eine freie Arbeit die die beiden Themenkreise assoziativ miteinander verbinden.
Der Erarbeitungsprozess wird ebenfalls von Thomas J. Jelinek und Alexander Nikolic begleitet und gecoached.
Die StudentInnen können dabei in den bereits in Phase 2 gebildeten Gruppen, in anderen Konstellationen oder auch Einzeln arbeiten.
Die hinzugezogenen Fachcoaches stehen den StudentInnen für technische Problemlösungen zur Verfügung.
Die Ergebnisse der letzten Arbeitsphase werden in grösserem Rahmen einem breiteren Publikum vorgestellt.